Home News Galerie Biografie Kontakt Ausstellungen Bibliografie

Kurz-Vita:

- *13. Mai 1942 in Gera, Thüringen
- 1956-1959 Lehre als Chromolithograf
- 1960-1965 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (Abschlussdiplom)
- 1965-1978 freiberuflich in Gera, Thüringen
- 1978-1989 freiberuflich in Lückenmühle, Thüringen
- 1989-1991 freiberuflich in Hof, Oberfranken
- 1991 bis heute: freiberuflich in Schwarzenbach/Saale





Otto-Dix-Poster: Selbstbildnis als Zielscheibe

Der „Kunstpapst“ der DDR, Lothar Lang, schrieb u.a.: „(Lutz Ketscher) steht der Leipziger Schule nahe und setzt in gewisser Weise wieder beim thüringischen Verismus an...“ (Malerei und Grafik
der DDR, Reclam, 1983). Wenn ich L. Lang recht verstehe, meint er mit thüringischem Verismus die damaligen Künstler wie Dix und Günther aus Gera, Ahner aus Weimar u.a. Also Vertreter kritisch - realistischer Positionen. Da ist sicher was dran, obwohl ich meinen „Realismus“ nicht so sehr in Thüringen lokalisiere. Allerdings, der Name Otto Dix ist mir von Kindheit an durch den Vater ein Begriff. Denn mein Vater hatte schon als Kunststudent in Kassel in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Insiderwissen vom skandalösen „enfant terrible“ damals in Dresden. Später kreuzten sich zufällig sogar ihre Wege in, natürlich für Dix keineswegs untypisch, einem
Geraer Vergnügungspark. Damals, und besonders in der DDR der 50ger Jahre, kursierten wenig Bild-u. Informationen über Dix,so dass ich nicht von prägender Vorbildfunktion ausgehen kann. Erst mit dem Studium begriff ich diewachsende Bedeutung seiner Kunst.
Man könnte sagen: unabhängig voneinander schöpften wir aus der gleichen kunsthistorischen Quelle, der Renaissance. Das lokale Umfeld hat da wohl kaum dazu beigetragen, denn in Dix´ens Jugend und noch in meiner war Gera die gleiche mittelgrosse, rußige Industriestadt mit einer Unzahl schwarzer Fabrikschlote.

Photo: Karin Ketscher, privat

(c) by Lutz R. Ketscher. All rights reserved.